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Tech-Jobs in Deutschland: Weniger Stellenangebote, Arbeitslosigkeit steigt

Der deutsche ITK-Arbeitsmarkt zeigt eindeutige Anzeichen einer Abkühlung. Aktuelle Zahlen belegen: Während die Zahl offener Stellen deutlich zurückgeht, steigt gleichzeitig die Arbeitslosigkeit unter IT-Fachkräften. Laut Bundesagentur für Arbeit waren im Jahr 2025 rund 13.000 Stellenangebote für ITK-Berufe im Bestand – ein Minus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die berufsspezifische Arbeitslosenquote bei IKT-Berufen (Informations- und Kommunikationstechnik) erhöhte sich von 3,7 auf 4,5 Prozent. Noch deutlicher zeigt sich der Trend bei der Gesamtzahl der Arbeitslosen: Ende September 2025 waren 57.665 Informatiker und andere ITK-Fachkräfte arbeitslos gemeldet – das sind 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag diese Zahl mit 27.910 noch bei weniger als der Hälfte. Auch die Zahl offener IT-Stellen sinkt nahezu im Gleichschritt mit dem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Laut Statistik der Arbeitsagentur ging das Angebot offener Stellen für Informatiker und andere IT-Berufe im September 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 22,3 Prozent auf knapp 12.000 zurück.

Eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Während die Zahl offener Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte gesamtwirtschaftlich zwischen 2023 und 2024 um 4,3 Prozent sank, betrug der Rückgang bei ITK-Berufen 26,2 Prozent – also sechsmal so stark. In absoluten Zahlen gingen die offenen Stellen um 16.500 auf 46.431 zurück. Besonders stark traf dieser Rückgang IT-Experten mit Master- oder Diplomabschluss: Die Zahl der offenen Stellen für diese hochspezialisierten Fachkräfte sank innerhalb eines Jahres um 33,7 Prozent auf nur noch 26.753. Bei ausgebildeten IT-Fachkräften ohne akademischen Abschluss betrug der Rückgang 19,6 Prozent. Trotz des deutlichen Anstiegs der Arbeitslosigkeit verkündete der Branchenverband Bitkom im August 2025 weiterhin einen IT-Fachkräftemangel: In Deutschland fehlen demnach mehr als 100.000 IT-Fachkräfte. Das IW konnte für 2024 rechnerisch über 13.500 offene IT-Stellen identifizieren, die nicht besetzt werden konnten – das entspricht einer Quote von 69,9 Prozent. Andere Quellen sprechen von noch höheren Zahlen: Laut Bitkom-Befragung von rund 850 Unternehmen gab es 2024 149.000 unbesetzte IT-Stellen in deutschen Unternehmen, fünf Jahre zuvor waren es erst 82.000.

Die aktuelle Entwicklung ist vor allem eine Folge der schwachen allgemeinen Wirtschaftsentwicklung sowie wachsender konjunktureller Unsicherheiten in Deutschland. Unternehmen reagieren auf die unsichere wirtschaftliche Lage mit Zurückhaltung bei Neueinstellungen und schieben viele IT-Projekte auf, was direkt die Nachfrage nach IT-Personal senkt. Ein weiterer Faktor ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, der sich besonders auf kreative Bereiche auswirkt. So ist die Zahl der Stellen für Webdesigner und Webentwickler deutlich zurückgegangen. Unverändert hoch bleibt hingegen die Nachfrage nach SAP-Fachleuten, getrieben durch die breite Einführung von SAP S/4HANA. Die aktuelle Lage zeigt ein paradoxes Bild: Einerseits steigt die Arbeitslosigkeit unter ITK-Fachkräften deutlich, andererseits bleibt der Fachkräftemangel in vielen Bereichen bestehen. ITler mit guten Kenntnissen und spezialisiertem Know-how werden weiterhin attraktive Jobangebote finden, während der Gesamtmarkt spürbar enger geworden ist.



w-ritzer.de

Waltraud Ritzer

Waltraud Ritzer

Medienbüro Ritzer

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